Ein Projekt des FSV Witten 07 / 32 und des MKS Gryf Tczew. Begegnungstage und ein Messen der sportlichen Leistung bei einem Turnier in Tczew. Der Wittener Fußballverein hatte das Besuchsprogramm schon vor langer Zeit weitsichtig vorbereitet und einen Torwart ausgebildet, der heute in Polen spielt. Der persönliche Kontakt mit Zlatan Alomerovic, der heute Torwart bei Lechia Gdańsk ist, war für die jungen Spieler aus Witten und Tczew eine Attraktion. Er zeigt, daß mit guten Leistungen tatsächlich auch eine Karriere im Fußball möglich ist, auch von einem kleinen Verein in einer kleinen Stadt ausgehend. Eine polnische Spielerin des FSV, die bei der ersten Fußballbegegnung in Tczew mit dabei war, spielt heute in der polnischen Nationalmannschaft der Mädchen.
Die Tage in Tczew waren aber nicht von Gedanken über mögliche Karrieren geprägt, sondern vom Miteinander der Jugendlichen, die die Sprachgrenze überwanden und eine schöne gemeinsame Zeit erlebten.
Der stellvertretende Stadtpräsident der Stadt Tczew, Pan Adam Urban, empfing die Gruppen im Tczewer Rathaus und wünschte Ihnen für ihre Zukunft alles Gute.
Gemeinsames Turnier mit den Gastgebern, Kultur und Geschichte standen auf dem Programm
Waren von der Mannschaftsfahrt nach Polen begeistert: Die U15-Junioren des FSV Witten mit Trainer Peter Avermann-Kaufmann. Eins der Highlights der Tour: Ein Treffen mit Zlatan Alomerovic. Foto: FSV Witten
Der Besuch bei Zlatan Alomerovic war für die D-Jugend des FSV Witten nur der Höhepunkt des einwöchigen Polen-Trips. Erst besuchten sie ein Spiel von Alomerovic’ Klub Lechia Danzig, besichtigten dann gemeinsam mit ihm das Danziger EM-Stadion. Bei einem Fußballturnier belegte die Wittener Mannschaft Platz zwei von fünf Teams.
Aber auch Kultur und Geschichte standen in Polen auf dem Programm, unter anderem in der Festung Marienburg. „Das ist sehr wichtig, dass die Kinder von dort etwas mitnehmen“, sagt Peter Avermann-Kaufmann, der den Polen-Austausch mitorganisiert.
„Die deutschen und die polnischen Kinder sind immer zusammen, wohnen zusammen im Internat. Meistens wird englisch geredet, das geht schon“, meint er. „Die Jungs haben sich super verstanden, haben sich auf dem Turnier gegenseitig richtig angefeuert.“
Im kommenden Sommer soll die polnische Mannschaft sich dann mit einem Besuch in Witten revanchieren. „Wir wollen das auf jeden Fall fortsetzen“, erklärt Avermann-Kaufmann, dem das Kennenlernen zwischen den Nationalitäten sehr wichtig ist. „Schade war in diesem Jahr nur, dass einer unserer Jungs keine Schulbefreiung bekommen hat – ausgerechnet von der Holzkamp-Schule, Zlatans alter Schule“, meinte Avermann-Kaufmann.
Fußball. Ausflug der D-Jugend des FSV Witten nach Polen. Trainer Peter Avermann-Kaufmann freut sich über den Werdegang seines ehemaligen Schützlings Zlatan Alomerovic, inzwischen Torwart von Lechia Danzig
Philipp Ziser
Witten Peter Avermann-Kaufmann kennt Zlatan Alomerovic schon lange, er war sozusagen der Entdecker des Torwarts in der Jugend des FSV Witten. Kurz vor den Sommerferien war er mit der D-Jugend des FSV zu Gast in Danzig, traf dort unter anderem auch den Wittener Profitorwart. Und war erstaunt, und auch stolz: „Als wir auf der Tribüne des Stadions waren, wurde Zlatan gleich von mehreren Leuten erkannt, die wollten ein Foto mit ihm machen. Zlatan ist dort ein richtiger Star!“
Ist stolz auf seinen ehemaligen Jugendspieler: „Entdecker“ Peter Avermann-Kaufmann (l.), D-Jugend-Trainer der FSV Witten, besuchte mit seinen Spielern den heutigen Profi-Keeper Zlatan Alomerovic in Danzig. Foto: FSV Witten
Seit vergangenem Sommer spielt Alomerovic für den polnischen Erstligisten Lechia Danzig und feierte im Mai einen seiner größten Erfolge: Anfang Mai stand er beim 1:0-Sieg über Jagiellonia Bialystok im polnischen Pokalfinale im Lechia-Tor. Und sicherte sich vor 44.000 Zuschauern nicht nur einen Platz in der Danziger Vereinshistorie – sondern auch im Europapokal.
„Es war eine schöne Atmosphäre. Der Pokal hat in Polen durch den Final-Ort Warschauer Nationalstadion mehr und mehr an Wert gewonnen. Wir sind froh, dass wir das Ding geholt haben und in der nächsten Saison in der Europa League starten dürfen“, sagte Alomerovic danach im Interview mit dem „RevierSport“.
Dort steigt Danzig in der 2. Qualifikationsrunde ein, genau wie zum Beispiel auch Eintracht Frankfurt. Am heutigen Donnerstagabend entscheidet sich im finnischen Turku, wer der Lechia-Gegner wird – vermutlich Bröndby IF aus Dänemark, die das Hinspiel gegen inter Turku 4:1 gewonnen haben. Am Donnerstag, 25. Juli und 1. August, steigt für Lechia Danzig die erste von drei K.O.-Runden, um sich für die Gruppenphase zu qualifizieren. Unmittelbar danach startet dann die Saison mit einem Auswärtsspiel bei LKS Lodz.
Am vergangenen Samstag sicherte sich Lechia mit einem 3:1 über Meister Piast Gliwice auch noch den Supercup, dabei saß Alomerovic auf der Bank.
Die beiden Pokalsiege sind der größte Erfolg für Lechia seit 1983, als ebenfalls der polnische Pokal und der Supercup nach Danzig gingen.
Zlatan Alomerovic wechselte im vergangenen Sommer dann von Korona Kielce nach Danzig zu dem Klub, der seine Heimspiele dort im großen EM-Stadion von 2012 austrägt.
Nach einer überragenden Saison 17/18 in Kielce erhielt der ehemalige Keeper der Reserve von Borussia Dortmund in Danzig einen Dreijahresvertrag. „Die Stadt ist wunderbar. Das ist ein Ort, an dem man sehr gut leben kann. Ich habe einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 und fühle mich hier sehr wohl“, betont Alomerovic – will allerdings auch einen erneuten Wechsel nicht endgültig ausschließen.
In der Liga stand Alomerovic nur siebenmal im Danziger Tor. „Ich bin im besten Fußballalter und will natürlich spielen. Ich hoffe, dass das bei Lechia der Fall sein wird. Aber im Fußball weiß man nie, was passiert“, meinte er.
Sicher ist: Sein Foto und seine Handschuhe hängen im Vereinsmuseum von Lechia Danzig, auf der Tribüne wird er erkannt – das kann dem Keeper, der an der Holzkamp-Schule sein Abitur machte, keiner nehmen. Das weiß auch sein
Jugendtrainer Peter Avermann-Kaufmann, der immer noch mit Alomerovic den Kontakt hält.
„Für unsere D-Jugend war das sehr beeindruckend zu sehen, was er geschafft hat“; berichtet Avermann-Kaufmann von der Polen-Reise seines Jugendteams. „Das ist für die Jungs auch ein großer Ansporn, wenn sie sehen, was man im Fußball alles erreichen kann.“