Freundschaftsverein Tczew-Witten e.V.



DGB - Nie wieder Krieg

1. September 2021 – 1. September 1939

Antikriegstag – Weltfriedenstag

8. Mai 1945 – 1. September 2021


Mittwoch, 1. September 2021

Veranstaltung zum Antikriegstag – Weltfriedenstag

Unter den Bedingungen der COVID-19 Pandemie unter freiem Himmel und mit Abstand

17.00 Kundgebung auf dem Rathausplatz in Witten

Begrüßung durch Mathias Hillbrandt,
DGB Kreis Ennepe-Ruhr, IG Metall Witten-Gevelsberg-Hattingen

Wortbeiträge von:

Aylin Bilal, Jugendvertreterin Deutsche Edelstahlwerke Witten, IG Metall Jugend

Joachim Schramm, Wittener Friedensforum

Freundschaftsverein Tczew-Witten e.V.

Musikalische Begleitung: Björn Nonnweiler


17.45 Gemeinsamer Gang zur Kranzniederlegung am Mahnmal im Lutherpark

Begrüßung durch Mathias Hillbrandt,
DGB Kreis Ennepe-Ruhr, IG Metall Witten-Gevelsberg-Hattingen

Grußwort Lars König, Bürgermeister der Stadt Witten

Rede von Dietmar Köster, MdEP



Gedanken zum Antikriegstag 2021 – Redebeitrag des Freundschaftsvereins Tczew - Witten e. V.

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. 
Nachdem im Zweiten Weltkrieg ungefähr 70 Millionen Menschen starben, schaffte es die Deklaration der Menschenrechte auf die Tagesordnung der internationalen Politik zu kommen.
Schauen wir einmal auf einige Opfergruppen:
Äthiopien: 100.000 Tote
Indien: 2 Millionen Tote
Eine Gedenkveranstaltung für die äthiopischen oder die indischen Opfer des Zweiten Weltkrieges?
Die Blockade der Stadt Leningrad, mit dem Ziel die Menschen dort auszuhungern, kostete 1 Million Menschen das Leben.
Haben Sie schon einmal an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Leningrad teilgenommen?
Die Erinnerung an den vom Deutschen Reich entfesselten Zweiten Weltkrieg ist durchaus auch politisch motiviert. So ist das Bild vom slawischen Untermenschen bis heute noch sehr beliebt. – Rassismus? – Wer in der deutschen Politik ganz nach oben will, beeilt sich beflissentlich, dieses Bild zu bedienen. Da können die 27. Millionen ermordeter Bürger der Sowjetunion locker mal unter den Tisch fallen.
Daß die Ermordung von 6 Millionen europäischer Juden heute in Deutschland in der Regel nicht mehr in Abrede gestellt wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Versuch jedoch, den Faschismus auf eine rassistische Entgleisung zu verkürzen und sein politisches Ziel der Weltherrschaft zu ignorieren, führt in die Irre. Nebenbei bemerkt: Es gibt keine jüdische Rasse und kein jüdisches Gen.
Weil die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, haben die Vereinten Nationen, die UNO, 1948 verkündet, daß eine Welt, in der die Menschen – Rede- und Glaubensfreiheit – und – Freiheit von Furcht und Not – genießen, als das höchste Streben des Menschen gilt.
Also:
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. 
Aber,
ob ein Mensch in seinem Leben jemals etwas von seiner Würde und seinen Menschenrechten erfahren kann – oder sie wird genießen können, das hängt nun davon ab, wo und unter welchen Bedingungen dieser Mensch geboren wurde.
Schauen wir nach Saudi Arabien. Saudi Arabien hatte im Jahr 2020 bis November den Vorsitz über den G-20 Gipfel. Solange hat man sich dort bei der Hinrichtung von Menschen zurückgehalten. Bereits in dem folgenden Monat, Dezember 2020, schnellte die Zahl der Hinrichtungen wieder in die Höhe. Ja, wie sonst sollte man denn dem Terrorismus Herr werden?! Als Terrorist wird bereits derjenige verfolgt, der den Begriff »Menschenrechte« verwendet.
Schauen wir auf den Iran. Dort ist ein Verantwortlicher für politische Morde nun in Amt und Würden. Im Iran kann das Ablegen des Kopftuches in der Öffentlichkeit  für Frauen bis zu 33 Jahre Haft plus Auspeitschen bedeuten.
Denken wir aber auch an die Opfer von Ehrenmorden hier in Deutschland. – Und gedenken wir derer, die nun einen Frauenbuchladen in Kabul eröffnen wollen, um weltweit dem Patriarchat die Stirn zu bieten.
Aber vergessen wir nicht, daß das deutsche Bemühen, Einfluß auf die Lebensbedingungen der Menschen in der Welt zu nehmen, eine lange Tradition hat: – Zitat:
„Man ist der Ansicht, die Neger würden von den französischen Händlern gegen die deutschen Konkurrenten aufgewiegelt, und wünscht, daß den Häuptlingen durch Erscheinen eines deutschen Kriegsfahrzeuges an jener Küste mehr Respekt vor unserer Nation beigebracht und bei solcher Gelegenheit versucht werden möge, mit den Eingeborenen eine Art Vertragsverhältnis abzuschließen, um die Störung unseres Handels abzuwenden ec.“
Nun gibt es heute Menschen, die glauben, die Sache würde besser, wenn wir von Negern und Negerinnen sprechen würden, – was zu bezweifeln ist. Hingegen glauben wir, daß es notwendig ist, zu fragen, ob dieser Text der Senatskommission für Reichs- und auswärtige Angelegenheiten des deutschen Reichstages von 1883 nicht inhaltliche Parallelen zum heutigen Weißbuch der Bundeswehr, dem militärischen Planungshandbuch der Bundesregierung, aufweist, – sich das Verhältnis zur Welt da draußen also bis heute nicht grundlegend geändert hat. Eine Kosmetik an der Sprache macht das ganz sicher nicht besser.
Die Welt da draußen, das sind die Faktoren in unserer unschlagbar billigen Produktion, die in der Regel ohne Kostenstelle geführt werden. Ein aktuelles Beispiel ist der Handelsvertrag mit Lateinamerika, der dazu führen wird, daß der Regenwald noch schneller abgeholzt wird, unsere landwirtschaftliche Produktion noch billiger wird und in den Export geht und andere nationale Ökonomien ruiniert. Da brauchen wir auch nicht mehr über den Hunger in der Welt sprechen. Die hungernden Menschen in der Welt können sich über unsere Politik auch gleich totlachen.
Natürlich schauen wir in diesem Jahr nach Afghanistan, wo der Traum einer Gruppe junger Radfahrerinnen, ihren Sport in Freiheit ausüben zu können, geplatzt ist. Dies hätte vielleicht die vorzeigbare Erfolgsbilanz von 20 Jahren Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan werden können.
Als die letzten deutschen Soldaten nach Deutschland zurückkehrten, verdrückten sich die Herrschaften Politiker, die 20 Jahre lang für diese Auslandseinsätze gestimmt hatten, wie die Hühnerdiebe. 
Was hier fehlt, ist kein Tschinderassa Bumm Tata. Es wäre angesagt, daß diese Herrschaften Politiker, die einen Kriegseinsatz beschlossen haben, von dem sie nicht sagen konnten, wie er enden sollte, herunterkommen und auf die Knie gehen vor diesen Bürgern in Uniform – und der Hut muß herunter! Das ist das Mindeste, was sie diesen Bürgern in Uniform schuldig sind, die ihren Kopf hingehalten haben für eine kopflose Politik. 
Deutsche Politiker sagten: „Wir wollen in Afghanistan die Demokratie aufbauen!“ Und sie ignorierten immer wieder die Mehrheitsmeinung in der deutschen Bevölkerung, die deutlich gegen einen solchen Militäreinsatz war.
Ja, haben sie denn ihren Clausewitz nicht gelesen? 
Oder um es anders zu sagen: Man kann sich zweimal an einem Fluß waschen, man kann aber niemals einen Fluß mit einem Löffel trockenlegen. Selbst dann nicht, wenn er die Größe eine Leopard-Panzers hat. 
Das Zauberwort der Politik der USA hinter dieser Blamage heißt »Nation-Building«. Aus diesem Politik Baukasten stammte auch die Idee, man brauche China nur mit dem Kapitalismus zu infizieren und schon würde eine liberale Demokratie dabei herausspringen. – Und in Europa glaubte man, man brauche Polen nur einmal neoliberal gründlich umzupflügen, dann würden blühende Landschaften entstehen, in denen allerdings nun die Rechtsnationalisten die Ernte einfahren.
Und wieder einmal haben die USA einem Islamischen Staat Geburtshilfe geleistet und staunen ob der Monster, die sie in die Welt setzten.
Die Mudschahedin werden als die wahren Muslime angesehen. So lernen wir es von dem von der Stadt Witten geförderten "Demokratie"-Berater Rüstü Aslandur in der von ihm herausgegebenen Schrift des Sayyid Maududi: „Als Muslim leben“.
[Sayyid] Abul A´la-Maududi erfreut sich großer Beliebtheit bei konservativen und fundamentalistischen Muslimen, die sich gerne von einem Muslimbruder ihren Glauben erklären lassen. Dieser fordert zum Krieg selbst gegen die engsten Verwandten auf. Und er stellt klar: 
„Das eigentliche Ziel des Gottesdienstes ist es, die Herrschaft der Menschen über den Menschen abzuschaffen und ihn unter die Führung des einen Gottes zu stellen. Der Einsatz des ganzen Vermögens, einschließlich des Lebens zur Verwirklichung dieses Ziels heißt Dschihad.“
Solange der Westen nur die reaktionärsten Vertreter einer rückschrittlichen und aggressiven Islam-Interpretation mit Waffen, Geld, Personalstellen, Förderung, Öffentlichkeit, Belobigung und Anerkennung fördert, braucht er sich über die Erfolge dieser gegen die Menschenrechte gerichteten Politik nicht zu wundern. 
Der Sieg der Taliban wurde auch hier in Witten mit staatlichen Mitteln ideologisch unterstützt. Die Jünger des Maududi als Referenten für das Programm »Demokratie leben«!
Wir müssen zu unserem zentralen Punkt kommen, Europa!
Die Atomwaffen sollen aus der Bundesrepublik Deutschland abgezogen werden. Am 26. März 2010 stellte sich der Bundestag in einer Abstimmung „Vereint gegen Atomwaffen“. – Und? – 2010! – Und nichts seitdem!
Wir müssen hier in Europa substanzielle Schritte zur Abrüstung gehen.
Wohin werfen unsere Freunde, die Franzosen, ihre Atombomben, wenn der Tag dafür gekommen ist?
Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, hat einen Artikel geschrieben über seine Vorstellung von Europa. Wir sehen hier ein Angebot zum Gespräch, das genutzt werden muß. Wir sehen allerdings auch, was uns fehlt.
Etwas, das auch von russischen Historikern offen benannt wurde, solange sie es konnten, also bis in die 1920er Jahre hinein und um das Jahr 1990 herum.
Wir sind als Menschen alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren! Wir sind aber nicht unter den gleichen Bedingungen zur Welt gekommen. Dies zu verstehen scheint heute manchen Menschen schwer zu fallen. Und es verlangt uns tatsächlich eine gewisse geistige Beweglichkeit ab, von Rußland nach England ins Jahr 1215 zu springen. Dem Jahr, als die englischen Edelleute bei ihrem King anklopften, und ihm sagten: „Benimm Dich oder wir spielen nicht mehr mit!“ Man nennt es die Magna Charta Libertatum, die große Urkunde der Freiheiten, – tatsächlich wurde die Tür zur Freiheit nur einen Spalt aufgestoßen. Aber eine Entwicklung begann.
Zur gleichen Zeit war der Kiewer Rus eine erste Staatlichkeit im Bereich des späteren Rußlands. Er wurde auch das Reich der Städte genannt, das vom Handel lebte. Wir erinnern uns, Polis, die Stadt, Politik, Demokratie, so wie wir sie verstehen, – da wäre eine Entwicklung möglich gewesen, ähnlich wie im Rest Europas. Aber 1223 kamen zum ersten Mal die Mongolen als Eroberer, sie klopften nicht an und eröffneten das Tor zur Despotie. Zwanzig Jahre später war Schluß mit dem Reich der Städte. Und das, was dann kam, hat sich offensichtlich strukturell nicht von diesem Schock erholt. Bis heute.
Es geht nicht um die Person Putin, es geht um unsere gemeinsamen Interessen als Europäer.
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. 
Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Geschwisterlichkeit begegnen.

Städtepartnerschaften können hierzu Gelegenheit bieten.



Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
https://www.un.org/Depts/german/gruendungsres/grunddok/ar217a3.html


Bücher bieten die Möglichkeit, Dinge zu erfahren, die man nicht erkennen kann, wenn man in einem Panzer durch ein Land fährt oder sich in seiner fest gefügten Filterblase immer nur die eigenen Glaubenssätze bestätigen läßt.

Schreiber, Constantin: 
Kinder des Koran : Was muslimische Schüler lernen / Constantin Schreiber. – Berlin : Econ, 2019. – 298 S.
ISBN 9-783-430-20250-3

Antisemitismus bei muslimischen Jugendlichen, mangelnde Vorstellungen von Gleichberechtigung, ein anderes Verst?ndnis von Demokratie und Religionsfreiheit – manche Muslime geben nichts auf die liberalen Werte des Westens. Doch woher kommt das? Eine mögliche Antwort: weil junge Muslime es so lernen. Constantin Schreiber nimmt Schulbücher in der islamischen Welt unter die Lupe, unter anderem aus dem Iran, der Türkei, Afghanistan, Saudi-Arabien. Was wird dort im Religions- oder Geschichtsunterricht gelehrt? Was lernen Schüler über Philosophie? Schreiber spricht mit Lehrern, Eltern und Schülern und stellt fest: In einigen Ländern sind Schulen kein Ort der Bildung, sondern Orte der Ideologisierung. Junge Menschen lernen dort, die Welt mit anderen Augen zu sehen, als wir es im Westen tun. Und das hat auch Auswirkungen auf Deutschland und Europa.

Constantin Schreiber (*1979) moderiert die »Tagesschau« und das ARD-»Nachtmagazin« sowie das NDR-Medienmagazin »zapp« und berichtet vertretungsweise als ARD-Korrespondent aus dem Studio Kairo. Er spricht fließend Arabisch. Einen Namen gemacht hat er sich als Moderator von arabischen TV-Sendungen, zum Beispiel in Ägypten. Für die deutsch-arabische Talkshow »Marhaba – Ankommen in Deutschland«, in der er Flüchtlingen das Leben in unserem Land erklärt, wurde er 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Schreiber arbeitete nach Abschluss seines Jura-Studiums mehrere Jahre als Reporter in Beirut und Dubai. Er ist Herausgeber der Schriften des saudischen Bloggers und Sacharow-Preisträgers Raif Badawi, der wegen freier Meinungsäußerung inhaftiert ist. Mit seiner 2019 gegründeten Deutschen Toleranzstiftung setzt er sich für interkulturellen Austausch im In- und Ausland ein.





Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Antikriegstag: 1. September 2021
Weichen für eine sichere und friedliche Zukunft stellen! Abrüstung und Entspannung wählen!

Für uns Gewerkschaften ist der Antikriegstag ein besonderer Tag der Mahnung: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Er ist für uns ein Tag des Erinnerns daran, dass Deutschland angesichts der Menschheitsverbrechen der Nazis besondere Verantwortung für den Frieden trägt. Für uns steht fest: Wenn wir künftig friedlich und sicher zusammenleben wollen, brauchen wir eine Politik, die auf Abrüstung und Entspannung setzt, statt auf Aufrüstung und Abschreckung. Und wir brauchen eine Bundesregierung, die sich dafür mit aller Entschlossenheit einsetzt. Die Weichen dafür werden bei der Bundestagswahl gestellt!

Die Bilanz der aktuellen Bundesregierung ist ernüchternd. Deutschland steht auf dem siebten Platz der Länder mit den größten Rüstungsausgaben. Unter den Top-Ten-Staaten weist der deutsche Verteidigungshaushalt mit einem Plus von über fünf Prozent die größten Zuwachsraten auf. Für das laufende Jahr liegt er bei knapp 47 Milliarden Euro. Und wenn es nach der scheidenden Bundeskanzlerin ginge, sollte Deutschland bis 2030 die NATO-Zielvorgabe erfüllen und zwei Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben. Dies entspräche einer weiteren Erhöhung des Wehretats um mehr als 20 Mrd. Euro.


Wider aller Vernunft stellt sich die deutsche Politik so in den Dienst einer verhängnisvollen Logik von Aufrüstung und Abschreckung – eine Logik, die inzwischen wieder das Weltgeschehen prägt. Das internationale Wettrüsten hat unfassbare Ausmaße erreicht. Weltweit wurden im letzten Jahr 1.644 Milliarden Euro ausgegeben. Alle neun Atommächte stecken Unsummen in die Modernisierung ihrer nuklearen Waffenarsenale. Gleichzeitig ist der kürzlich verlängerte russisch-amerikanische „New Start“-Vertrag das letzte verbliebene Rüstungskontrollregime für Atomwaffen. Auch deshalb fordern wir von der nächsten Bundesregierung, dass sie die deutsche Verweigerungshaltung aufgibt und endlich den UNVertrag über das Verbot von Atomwaffen unterzeichnet.

Die Hoffnung, dass der Fall des Eisernen Vorhangs in eine stabile globale Friedensordnung und ein Zeitalter der multilateralen Kooperation münden würde, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die internationalen Beziehungen sind hochgradig fragil und zunehmend durch die Großmachtansprüche im Kräftedreieck USA, China und Russland geprägt. Mit der neuen „NATO 2030“-Strategie soll der Weg weg von einem Verteidigungsbündnis hin zu einer Interventionsallianz für Militäreinsätze außerhalb des Bündnisgebiets bereitet werden. Durch eine Stärkung der nuklearen Abschreckung und durch Pläne für eine stärkere militärische Präsenz im indopazifischen Raum setzt die NATO gezielt auf Konfrontation gegenüber Russland und China.

Es ist höchste Zeit, das Ruder herum zu reißen! Wir benötigen die Rüstungs-Milliarden dringend für andere Zwecke. Im Zuge der Corona-Krise haben sich die sozialen Ungleichheiten und die Verteilungskonflikte in unserem Land und weltweit verschärft. Auch jenseits der Auswirkungen der Pandemie zeigt sich, wie sehr wir auf einen starken und solidarischen Sozialstaat angewiesen sind, der über solide Finanzierungsgrundlagen verfügt. So muss etwa der steuerfinanzierte Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rente steigen, wenn die Folgen einer immer älter werdenden Bevölkerung nicht einseitig den Rentenversicherten aufgebürdet werden sollen. Gleichzeitig leben wir, getrieben durch den Klimawandel und durch rasante Fortschritte bei der Entwicklung und dem Einsatz digitaler Technologien, in einer Zeit gewaltiger Umbrüche. Eine sozial gerechte, ökologisch nachhaltige und wirtschaftlich vernünftige Gestaltung der damit verbundenen Transformation unserer Gesellschaft wird uns nur mit Hilfe massiver Zukunftsinvestitionen gelingen.

Deshalb nehmen wir Gewerkschaften die nächste Bundesregierung in die Pflicht: Wir erwarten von allen an der Regierung beteiligten Parteien, dass sie klar Position beziehen – für Abrüstung und Entspannung.

Um für die Bundestagswahl ein deutliches Zeichen zu setzen, führen wir am Antikriegstag im Rahmen des Friedensbündnisses „Abrüsten statt Aufrüsten“ zahlreiche Aktionen durch. Beteiligt Euch! Was wir wollen, ist eine neue Politik der gemeinsamen Sicherheit.

„Abrüstung und Entspannung wählen!“ Darum geht es!



https://www.dgb.de/termine/++co++3832a79a-df22-11eb-9bc1-001a4a160123










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