Freundschaftsverein Tczew-Witten e.V.



Informations- und Gesprächsabend:

Donnerstag, den 1. September 2022 um 19.00 Uhr

im Gemeindehaus der Kreuzgemeinde in der Lutherstraße in Witten

„Denn unter Waffen schweigen die Gesetze“ Cicero

Die Entwickung des Kriegs-Rechts in der Beziehung Frankreich – Deutschland

Eine Veranstaltung mit dem Historiker Jérémy Gaudais

Anfang des Jahres 2022 verurteilte ein deutsches Gericht einen Syrer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Beteiligung an der staatlich organisierten Folter in Syrien. Ein Fortschritt für das Recht, der dazu beiträgt, das Recht und die Gerechtigkeit gegen die Gewalt zu stärken. Können wir Frieden erreichen, ohne die Durchsetzung eines allgemein anerkannten Rechts, ohne die Anerkennung der Menschenrechte?
Über die Entwicklung des internationalen Rechts und der Versuche dem Mittel des Krieges die Gültigkeit des Rechts entgegenzustellen, wird der Historiker Jérémy Gaudais aus Tours in Frankreich sprechen. Er ist Doktorand an der Ruhr-Universität Bochum und forscht über die Einführung und Entwicklung des Kriegsrechts, insbesondere des Kriegsgefangenenrechts, seit der Französischen Revolution in Frankreich und Deutschland. Die Überwindung des Kriegsrechts als Gewohnheitsrecht unter dem Einfluss der Aufklärung, die Zunahme von Gewalt in den Kriegen durch die Entwicklung der Gesellschaften, der Ideologien und der Technik sowie die dadurch zunehmende Notwendigkeit, feste Regeln für den Fall bewaffneter Konflikte festzulegen, sind Stationen in der Entwicklung, die 1949 zu den Genfer Abkommen führten und Themen dieses Vortrags sind. Eine Geschichte des Rechts und der Notwendigkeit internationaler Verhandlungen bei den Versuchen, Frieden möglich zu machen und zu sichern.
Eine Lehre aus den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs war die Gründung der Vereinten Nationen und die Einsetzung des internationalen Gerichtshofes.
Die Nürnberger Prozesse, die von 1945 bis 1949 über die Hauptverantwortlichen des Dritten Reichs urteilten, die Prozesse gegen die Verantwortlichen für die Bürgerkriege in Ruanda 1990–1993 und Jugoslawien 1991–2001 sind Ausdruck dieser Entwicklung des internationalen Rechts, das zunehmend Handlungen gegen die Menschlichkeit und den Frieden juristisch verfolgt.





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